Unsere Handwerksbetriebe leben den „neuen“ Zeitgeist, indem sie nachhaltig und ressourcenschonend arbeiten,die Geschmacksvielfalt hochhalten, Lehrlinge ausbilden und regional verwurzelt sind“, ist Wolfgang Seidl stolz auf das niederöstereichische Fleisch-Handwerk.

Der Neunkirchner Fleischermeister und Vorsitzender der IFFW-Wettbewerbsjury führte die Gäste durch die feierliche Veranstaltung im Festsaal der NÖ-Wirtschaftskammer. Unter den Festgästen waren nicht nur alle NÖ Preisträger des Internationalen Fachwettbewerbs für Fleisch und Wurstwaren (IFFW 2023), sondern auch einige Vertreter von Politik und Medien – und Wolfgang Seidl nutzte die Gelegenheit, um in einer emotionalen Rede die aktuellen Herausforderungen des Berufsstandes zu erörtern.

NÖ-Fleischer errangen die meisten Medaillen

„Die Qualität und Kreativität unserer niederösterreichischen Fleischer ist bestechend“, betonte auch Jochen Flicker, Niederösterreichs Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk, „das hervorragende Abschneiden beim diesjährigen Wettbewerb in Klagenfurt zeigt einmal mehr, mit welcher handwerklichen Perfektion, mit welchem Können, Wissen und Know-how unsere heimischen Betriebe tagtäglich für Genuss bei ihren Kunden sorgen“, führt der Obmann weiter aus. „Auf ihre Leistungen können alle Fleischerinnen und Fleischer zu Recht stolz sein“, unterstreicht Flicker. Diesen Erfolg auch nach außen zu kommunizieren helfe das Vertrauen der Kunden zu gewinnen und die eigenen Produkte noch stärker in den Vordergrund zu heben. „Machen Sie Ihre Erfolge also auch sichtbar“, rät der Obmann.

Dass die Kunden „ihre“ Fleischbetriebe gerne sehen, zeigte unter anderem auch ein Fleisch & Co-Facebook-Post rund um diese Veranstaltung, der eine Reichweite von mehr als 500.000 erzielte und knapp 80 Mal geteilt wurde.

Abg. z. NR Petra Tanzler sprach ihre Glückwünsche aus und wies darauf hin, „dass das Fleischerhandwerk auf diesem hohen Niveau sehr wichtig für die regionale Wertschöpfung ist. Ich bin stolz, dass Niederösterreich so erfolgreich bei diesem internationalen Fachwettbewerb war.“ LAbg. Andreas Bors plädierte für die heimische Küche und deren herausragende Qualität und versprach persönlich die Sichtbarkeit der Fleischereibetriebe zu unterstützen.

Fleisch-Könner in Niederösterreich

Auch Karl Wilfing überbrachte seine Glückwünsche und gestand: „Als Bub wollte ich Fleischhacker werden und war immer beim Wursten dabei.“ In einer launigen Ansprache nahm sich der Präsident des NÖ Landtages aber auch aktueller Zahlen an: „Derzeit gibt es in Niederösterreich 259 aktive Mitgliedsbetriebe, die rund 50 Lehrlinge ausbilden. Das sind allesamt Top-Betriebe, die hervorragende Qualität produzieren und betrieblich auf guten Beinen stehen – manchmal müssen diese Betriebe aber dennoch aufgrund der fehlenden Nachfolge zusperren!“
Um die Sichtbarkeit der Fleischereibetriebe zu erhöhen, das Image des Berufs zu verbessern und um die Konsument:innen auf die hohe Expertise der heimischen Fleisch-Handwerker aufmerksam zu machen, hat Landesinnungmeister Jakob Ellinger gemeinsam mit Doris Steiner-Bernscherer und Wolfgang Seidl die Plattform „Fleisch-Könner“ ins Leben gerufen. Das Interesse ist groß, viele der besten NÖ-Betriebe haben sich dieser wichtigen Initiative bereits angeschlossen.

Verena Rosenkranz von der Wildviertel GmbH freute sich über zwei Medaillen – eine davon gab’s für die Wild-Käsewurst. © Beigestelltmehr anzeigen
28 Medaillen plus
der Seriensieg in der Kategorien Wurst- und Fleischwarenserie: Wolfgang Matthias Seidl freuen sich über ihren Erfolg. Das Tafelspitzsülzchen ist übrigens eines DER Spitzenprodukte. © Beigestelltmehr anzeigen
Die Knackwurst ist eines der Erfolgsprodukte des Fleischerfachgeschäfts Schwarzböck in Göllersdorf. Damit und einigen weiteren Produkten gab es insgesamt vier Medaillen. © Beigestelltmehr anzeigen
Die Familie Teufl betreibt in Ruprechtshofen eine Fleischerei und einen Gasthof. Beim IFFW 2023 gab es für ihre Produkte insgesamt 18 Medaillen – besonders wurde die Blutwurst gelobt. © Beigestelltmehr anzeigen
Die Fleischerei
 Josef Scheiterer aus Enzersfeld bekam beim IFFW 2023 insgesamt 14 Medaillen. Ihr Paradeprodukt: der Wacholderschinken. © Beigestelltmehr anzeigen
Die Landfleischerei Klang aus Allentsteig konnte acht Gold- Medaillen mit ins Waldviertel nehmen. Ihr Erfolgsprodukt: Champignon-Wurst. © Beigestelltmehr anzeigen
Die Fleischerei Steiner aus Sollenau hat wieder abgeräumt: 25 Medaillen gingen an Doris und Martin Steiner. Besonders hervorgehoben wurde der zart gebratene Honigkrustenschinken. © Beigestelltmehr anzeigen
Das Mostknoferl ist eines der Erfolgsprodukte der Fleischerei Höller aus der Buckligen Welt. Magdalena und Stefan Höller durften sich aber über insgesamt neun Medaillen freuen. © Beigestelltmehr anzeigen
Johann Freudenschuß freut sich über neun Goldene. Das Paradeprodukt der Mostviertler Fleischerei: Bratwürstel. © Beigestelltmehr anzeigen
26 Medaillen – unter anderem für ihren bekannten Weinviertler Prosciutto – gab es für die Fleischerei Hofmann aus Hollabrunn. © Beigestelltmehr anzeigen
Für die Fleischerei Ellegast aus dem Mostviertel gab es insgesamt 15 Medaillen. Wolfgang Seidl hob besonders die Ötscher hervor. © Beigestelltmehr anzeigen
Vier Medaillen gab es für die Fleischhauerei Stefan Girsch aus Stössing. Hier gab es Sonderapplaus für das doppelt geräucherte Bauchfleisch.© Beigestelltmehr anzeigen
Fleischerei Arthold aus Zellerndorf konnte insgesamt 12 Medaillen holen. Gerald Arthold jun. freute sich über die Auszeichnungen, u. a. für sein Paradeprodukt, den Weinviertler Kräuterschinken.© Beigestelltmehr anzeigen
Drei Medaillen bekam die Fleischerei Fröschl aus Rappottenstein, besonders ihr Erfolgsprodukt Knoblauchstangerl wurde von Jury-Chef Seidl hervorgehoben. © Beigestelltmehr anzeigen

Autorin: Tanja Braune