Ein neues Kapitel der kulinarischen Wettbewerbe

Am 18. November 2025 fand im „Le Chambard“ in Kaysersberg das erste Finale der Weltmeisterschaft der Wildpastete – Le Meilleur Pithiviers statt. Der Bewerb, eingebettet in das Festival de la Chasse und getragen von drei Meilleurs Ouvriers de France – Olivier Nasti, Eric Briffard und Fabien Pairon – feiert ein ikonisches Gericht des französischen kulinarischen Erbes. Für Österreich mit seiner ausgeprägten Wildküche und seinen zahlreichen Pâtissiers eröffnet der Wettbewerb eine spannende neue Bühne im internationalen Vergleich.

Triumph für Sébastien Guérin

Nach intensiven Verkostungen kürte die Jury Sébastien Guérin, Chef de Partie im Élysée-Palast, zum ersten Weltmeister der Wildpastete. Guérin überzeugte mit technisch perfektem Blätterteig, fein balancierten Aromen und einer Interpretation, die Tradition und Moderne verbindet. Seine Karriere ist geprägt von Präzision und Disziplin: vom Marineküchenchef über internationale Wettbewerbe bis in die Küche der höchsten staatlichen Institutionen Frankreichs.

© Ilya Kagan

© Ilya Kagan

Internationale Konkurrenz auf Spitzenniveau

Der Vizeweltmeistertitel ging an Camille Delcroix, Küchenchef und Inhaber des Restaurants Bacôve. Jérémie Crauser von Maison Crauser Bello erreichte Platz drei. Fünf weitere hochkarätige Profis traten an – darunter Köche und Charcutiers aus Luxemburg, Lyon, Megève und Marrakesch. Sie alle zeigten handwerkliche Souveränität, technische Strenge und tiefen Respekt vor Produkten und Herkunft.

Eine Jury von Weltruf

Über Sieg und Platzierungen entschied eine außergewöhnliche Jury mit Spitzenköchen aus Paris, Tokio und der Provence sowie renommierten Gourmetjournalistinnen und Expert:innen – darunter Pierre Hermé, Anne Luzin, Noémie Honiat, Gilles Goujon und Nicolas Stamm-Corby. Ehrenpräsident war Romuald Fassenet, Meilleur Ouvrier de France. Die fachliche Tiefe dieser Jury betont den hohen Anspruch der neuen Weltmeisterschaft.

Ein Wettbewerb mit Zukunft

Die erste Ausgabe der Weltmeisterschaft der Wildpastete markiert den Beginn eines neuen Fixpunktes der internationalen Gastronomie. Sie würdigt französisches Know-how, die Kunst des Pâté-Handwerks und den Mut zur Innovation. Für Österreichs Fleischereien und Küchenprofis, die traditionell stark in Wildverarbeitung und Pâtisserie sind, bietet dieser Wettbewerb künftig eine ideale Bühne zur Sichtbarkeit im europäischen Spitzenfeld.

Le Chambard: Ein Ort mit Geschichte

Austragungsort war das traditionsreiche Le Chambard in Kaysersberg, ein ehrwürdiges Haus aus dem 18. Jahrhundert mit 5-Sterne-Hotel, dem mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant „La Table d’Olivier Nasti“, einer Weinstube, der Marius Bar, einem Spa-Bereich sowie der Boulangerie Levain und der Chocolaterie SKULPTUR. Die Familie Nasti verbindet dort elsässische Identität, französische Lebenskunst und moderne Gourmetkultur – ein Ambiente, das dem neuen Weltmeistertitel den passenden Rahmen bot.