Die Verantwortung der Einkäufer in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung, wie in Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern, wird von Branchenvertretern kritisch betrachtet. Trotz der im nationalen Aktionsplan verankerten hohen Standards für nachhaltige Beschaffung greifen viele Einrichtungen weiterhin auf günstigere ausländische Produkte zurück, was den Absatz heimischen Putenfleischs schwächt. Diese Praxis steht im Widerspruch zu den Bemühungen, Qualität und Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu stellen.
Eine aktuelle Studie (A Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies. Nutrients, https://doi.org/10.3390/nu13020676) hebt zudem die gesundheitlichen Vorteile von Geflügel, insbesondere von Putenfleisch, hervor. Mit seinem niedrigen Fettanteil, reichhaltigen Proteinen sowie essentiellen Vitaminen und Mineralstoffen unterstützt Putenfleisch den Muskelaufbau, stärkt das Immunsystem und fördert einen gesunden Stoffwechsel. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Wichtigkeit, bei der Beschaffung für die Gemeinschaftsverpflegung Qualität und Nutzen für die Gesundheit gleichermaßen zu berücksichtigen.
Forderung nach lückenloser Herkunfts- und Haltungsformkennzeichnung
Markus Lukas hebt hervor, dass der Verkauf von Billigfleisch, welches aus Haltungsformen stammt, die in Österreich verboten sind, nicht nur Verbraucher verunsichert, sondern auch der inländischen Putenhaltung schadet. „Um der nachhaltigen und tierfreundlichen Putenproduktion in unserem Land gerecht zu werden, ist es essenziell, dass Fleischprodukte durchgehend und genau nach Herkunft und Haltungsform gekennzeichnet sind“, betont der Obmann der Geflügelwirtschaft Österreich. Diese Transparenz sei unerlässlich, damit Konsumenten bewusst heimische Qualität wählen können.
Viele Gastronomen nehmen diese Verantwortung bereits ernst und deklarieren die Herkunft ihres Fleisches freiwillig, um Transparenz zu gewährleisten. Lukas warnt jedoch, dass in Fällen, wo solche Angaben fehlen, oft davon ausgegangen werden muss, dass es sich um Billigimporte handelt, die unter Bedingungen produziert wurden, die den österreichischen Tierschutzstandards nicht entsprechen.
Zum sicheren Kauf von qualitativ hochwertigem und ethisch produziertem Putenfleisch empfiehlt Lukas, auf das AMA-Gütesiegel zu achten. Dieses Siegel garantiert, dass die Tiere unter strengen österreichischen Standards aufgezogen und verarbeitet werden, was den Konsumenten Sicherheit und Vertrauen in das Produkt gibt.